SCHERENBOSTEL und SCHLAGE / ICKHORST
Versuch einer „Chronik“

 

V o r w o r t

„Chronik“ in Anführungszeichen -  d.h. etwas „Einfühlen“, „Eintasten“ in die Geschichte der Höfe. Denn wir Neubürger von Scherenbostel, die wir zahlenmäßig und an Wohnstätten den al­ten Dorfkern weit übertreffen und die weiten Wiesen und Weideflächen, die Getreidefelder, den Wald und die Aussicht um uns herum genießen, haben doch Interesse, wie dieses Scherenbostel entstanden ist - oder?

Immerhin:
Erste Erwähnung unseres Dorfes ist 1320! Welche Hofgeschichten es gibt, welche alten Schriften über Heiraten und Brautzugaben, Feldkäufe  etc. . .  vieles Alte liegt bei den Hofstellen (und ist vielleicht auch einsehbar; einiges habe ich als Kopie beigefügt). Man kann den Erzählungen der wenigen alten Einwohner (eigentlich nur noch Richard Rust) lauschen, und vieles Vergangene wird lebendig (doch leider ist dieses hier kein Hörbuch . .).

Angeregt wurde ich immer wieder durch den Spruch "Jobst wohnt am Enne . . .", den ich von Lisa Feise/Balthaser und Richard Rust hörte, es interessierte mich der Zusammenhang mit den heutigen Hofnamen – so machte ich mich an die "Aufklärung" (ohne die in langen Jahren in Kirchenbüchern und Archiven ausgegrabenen Unterlagen von Dr. H. Hahn aus Bissendorf wäre ich nicht weit gekommen – besonderen Dank an ihn!).

Nun hier der Versuch, einiges aus der Vergangenheit der Höfe aufzuschreiben (für die Geschichte von Wiechendorf werden noch Erzähler gesucht). Frau Wolff schreibt eine „Geologische Sicht“ und einiges habe ich aus der Schulchronik, die Frau Dolle Herrn Kowahl übergeben hat, übernommen.

Allen Interessierten viel Vergnügen wünscht

Annemarie Buschbaum


Herbst/Winter 2007
Frühjahr 2008


Ein Spruch aus dem 18./19. Jahrhundert
für die Höfe in 

SCHERENBOSTEL (ohne Buchholz) 

Jobst wohnt a`m Enne........................................................................... (Feise)
Camp`s Bur klappt in`ne Hänne.................................................. (Stechmann)
Rust`s Bur is`n Timmermann................................................................. (Rust)
Wöhler`s Bur gut smöken kann.................................................. (Rodenbostel)
Gräunbolt`s Bur kokt Ris.................................................................... (Garbe)
makt Balken Bur wat wis.................................................................... (Wöhler)
Riekenberg`s Bur slacht `n Swien...................................................... (Voltmer)
op`n Ohlenhof puhlt se sek mit`n Knoken..................................... (Höpershof)
Höpers`Bur slacht Poggen............................................................... (Bütehorn)

 


Wappen


WAPPEN


Links           Eichenblatt     
                   mit 2 Eicheln   =   Schlage/Ickhorst
Mitte           Pflugschar       =   Scherenbostel
Rechts         Ähre               =   Wiechendorf
Querband                           =   befahrene Landstraße
Unten                                 =   Wolfsangel

 

 

 

Dieses Ortswappen wurde durch Bürgermeister Hans Stoll am 7. Sept. 1970
der Gemeinde übergeben mit dem Hinweis:

Die Pflugscharspitze deutet auf die geographische Lage Scherenbostels als Jahrhunderte altes Grenzdorf, das nach Rückrechnungen vor möglicherweise bereits 1200 Jahren erstmals besiedelt worden war, während die goldene Ähre auf dem rechten Teil des Wappens auf den noch vollkommen landwirtschaftlich orientierten Ortsteil Wiechendorf hinweist.

Wappensymbol der Gemeinde Schlage-Ickhorst ist ein Eichenblatt mit zwei symmetrisch angesetzten Eicheln über der bekannten Wolfsangel, die die Zugehörigkeit zum Landkreis Burgdorf widerspiegeln soll.

Also drei Ortsteile – die folgenden Seiten beschäftigen sich mit SCHERENBOSTEL (einschl. Siedlung“ Buchholz") und
SCHLAGE/ICKHORST.

(Der Ortsteil Wiechendorf wird sicher anschließend an diese
in einer besonderen "Chronik" gewürdigt.)

 

Zehntkarte des Herrn von Mandelsloh 1776 in der Feldmark von Scherenbostel

Karte

„Akkurater Plan der Ländereien in der Feldmark Scherenbostel im Amte Bißendorf, von denen der Herr von Mandelsloh den Zehnten zieht, vermessen im Monat Oktober 1776“
Nieders. Hauptstaatsarchiv Hannover (K-Ab.316/16 K)